Sturmerprobt

In vielen großen Häfen rund um den Globus bewähren sich tagtäglich ROBA-stop®-S Sicherheitsbremsen in den Fahr- und Hubantrieben von Hafenkrananlagen. Sie sind speziell für die extremen Umgebungsbedingungen des Seeklimas sowie Notbremsungen mit Spitzenlasten und hoher Reibarbeit konzipiert.

Stillstand ist für die großen Containerhäfen der Welt ein Fremdwort. Im Hafen von Singapur, nach Shanghai dem zweitgrößten Containerhafen der Welt, läuft alle zwei bis drei Minuten ein Schiff ein oder aus. Hier wurden im Jahr 2013 über 32 Millionen Container-Einheiten umgeschlagen. Die Be- und Entladung der Schiffe erfolgt dabei generell meist landseitig über Hafenkrananlagen, sogenannte Containerbrücken, mit Tragfähigkeiten von bis zu mehreren hundert Tonnen. Um den stetig wachsenden Seegüterumschlag zu bewältigen, müssen alle Komponenten in diesen Anlagen besonders effizient und sicher arbeiten. In ihren Hub- und Fahrantrieben setzen namhafte Hersteller daher auf die robusten und leistungsstarken ROBA-stop®-S Sicherheitsbremsen von mayr® Antriebstechnik. Diese Bremsen wurden speziell für Outdoor-Anwendungen mit extremen Umgebungsbedingungen entwickelt und überzeugen durch eine einfache Montage und Handhabung sowie lange Wartungsintervalle.

Für Spitzenlasten mit hoher Reibarbeit

Die Bremsen in den Hub- und Fahrantrieben von Hafenkrananlagen erfüllen zwei Funktionen: Zum einen arbeiten sie im normalen Betrieb als Haltebremsen. Das bedeutet, sie müssen die Anlage nach Abschalten der Antriebe sicher in der angefahrenen Position halten – auch bei Wind und Sturm. In kritischen Betriebssituationen, bei Not-Aus oder Stromausfall sind die ROBA-stop®-S Sicherheitsbremsen zum anderen dafür ausgelegt, Spitzenlasten mit extrem hoher Reibarbeit aufzunehmen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn bei Hubwerken abwärts bewegte Lasten aus voller Geschwindigkeit abgebremst werden müssen.

Die ROBA-stop®-S Sicherheitsbremsen sind elektromagnetische Federdruckbremsen. Sie arbeiten nach dem Fail-safe-Prinzip, das heißt, sie sind ausfallsicher. Sie sind im stromlosen Zustand, also auch bei Stromausfall oder Not-Aus geschlossen. In diesem Zustand drücken Schraubenfedern gegen die Ankerscheibe. Die Reibbeläge des Rotors, der über eine Zahnnabe mit der Antriebswelle verbunden ist, werden zwischen der Ankerscheibe und der Anbaufläche der Bremse eingespannt. Wird der Strom eingeschaltet, baut sich in den Bremsen ein Magnetfeld auf. Dadurch wird die Ankerscheibe gegen den Federdruck an den Spulenträger gezogen. Der Rotor mit den Reibbelägen ist frei, die Bremse ist gelüftet. Auch bei ungünstigen Bedingungen und Betriebsstörungen ist die Bremswirkung immer sichergestellt: Denn auch bei einer Beschädigung der Bremse, verursacht beispielsweise durch Kabelbruch oder Ausfall der Magnetspule, bleibt das Bremsmoment erhalten.

Wind- und wetterfest

Hafenkrananlagen müssen beim Löschen und Beladen der Schiffe rund um die Uhr Höchstleistungen erbringen. Dies setzt eine hohe Betriebssicherheit mit minimalen Stillstandszeiten für Wartungs- und Reparaturarbeiten voraus. Hinzu kommen extreme Umweltbedingungen wie die salzhaltige Umgebung, unterschiedliche Luftfeuchtigkeitswerte, Wind und Sturm. Alle Komponenten und ganz besonders sicherheitsrelevante Bauteile wie Bremsen müssen daher robust und widerstandsfähig konstruiert sein. Nur dichte Bremsen mit hochwertigem Korrosionsschutz können hier dauerhaft ohne Schaden bestehen.

Mit der ROBA-stop®-S hat mayr® Antriebstechnik als führender Hersteller eine Sicherheitsbremse speziell für kritische Umgebungsbedingungen und Outdoor-Anwendungen entwickelt. Sie entspricht der Schutzart IP 67 und ist damit komplett staub- und wasserdicht. Das kompakte und massive Gehäuse mit integriertem Anschlusskasten, ohne Taschen und Vertiefungen, macht die Bremse unempfindlich gegen Beschädigungen durch äußere Einflüsse. Daneben gewährleisten die hochwertige Grundierung des Bremsenkörpers, die Chrom- oder Nickelbeschichtung der inneren Bauteile beziehungsweise die Fertigung aus rostfreiem Edelstahl einen dauerhaften Schutz gegen Korrosion. In den Anschlusskasten integriert und damit optimal geschützt ist ein Mikroschalter zur Lüftüberwachung, der garantiert, dass der Motor nur startet, wenn die Bremse gelüftet ist. In diesem Anschlusskasten ist zudem genügend Platz, um einen Gleichrichter für die Magnetspule der Bremse unterzubringen. Darüber hinaus kann ein zusätzlicher Mikroschalter integriert werden, der den Verschleiß der Reibbeläge kontrolliert.

Bei der ROBA-stop®-S Sicherheitsbremse besteht die Möglichkeit, einen Tacho an den Bremsenkörper anzubauen. Wird kein Tacho verwendet, ist der Spulenträger durch einen Deckel verschlossen. Zudem verfügt die Bremse über eine Nothandlüftung, mit der sie mechanisch über zwei Schrauben gelüftet werden kann.
Kommt die Bremse bei Temperaturen unter null Grad Celsius oder bei hoher Luftfeuchtigkeit zum Einsatz, empfiehlt sich eine Anti-Kondensationsheizung. Diese Heizung vermeidet Kondensatniederschlag im Bremseninnenraum.

Minimaler Wartungsaufwand

Gerade bei schwierigen Einbaupositionen sind Kriterien wie eine einfache Montage und Handhabung sowie lange Wartungsintervalle besonders wichtig. Durch ihre kompakte Konstruktion und ihren kleinen Außendurchmesser sind die Sicherheitsbremsen einfach zu handhaben und lassen sich schnell und einfach montieren. Das hochwertige Reibmaterial der Bremsbeläge mit hohem Verschleißwiderstand reduziert zudem erforderliche Inspektionen und damit Ausfallzeiten erheblich. Bei Verschleiß der Reibbeläge, ist der Wartungsaufwand minimal: So muss lediglich der Luftspalt nachgestellt bzw. am Ende der Lebensdauer der Rotor mit den Reibbelägen ausgetauscht werden. Eine Gewindebohrung, die im Betrieb dicht verschlossen ist, erlaubt eine schnelle Kontrolle des Luftspalts ohne Demontage der Bremse. Dieser geringe Wartungsaufwand und die hohe Betriebssicherheit vermeiden teure Stillstandszeiten von Hafenkrananlagen und senken die Betriebskosten erheblich.

Simone Dauer

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