Sicherheitskupplungen für raue Umgebungsbedingungen

Schutz und Sicherheit für raue Kerle

EAS®-reverse – Freischaltende Sicherheitskupplung mit automatischer Wiedereinrastung

Auch im Schwermaschinenbau werden Maschinen und Anlagen heute immer kompakter, die Antriebe damit zunehmend schwerer zu erreichen. Aber gerade auch diese Maschinen benötigen zuverlässigen Überlastschutz. Deshalb hat mayr® Antriebstechnik mit der EAS®-reverse eine neue freischaltende Sicherheitskupplung entwickelt, bei der alle Funktionsabläufe allein über den Antrieb automatisierbar sind. Sie ist einfach zu handhaben, ermöglicht lange Auslaufzeiten und rastet durch langsames Rückwärtsdrehen automatisch wieder ein. Ein Gehäuse macht die Kupplung zudem unempfindlich gegen Staub oder Spritzwasser.   

Wo Steine zerbersten, heißer Stahl dampft oder Maschinen sich durch Fels fressen, halten nur robuste und solide dimensionierte Sicherheitskupplungen den extremen Belastungen stand. Denn die oftmals rauen Betriebs- und Umgebungsbedingungen im Schwermaschinenbau wie Staub, Spritzwasser, Hitze oder Kälte belasten nicht nur die Arbeiter an den Anlagen, sondern auch die einzelnen Komponenten des Antriebsstrangs. Gerade aufgrund dieser rauen Umgebungsbedingungen sind die Antriebsstränge in diesen Maschinen oftmals gekapselt und damit nur schwer zugänglich. mayr® Antriebstechnik als führender Spezialist für Kupplungen und Bremsen hat daher mit der EAS®-reverse nun eine robuste Sicherheitskupplung entwickelt, die sowohl den hohen Belastungen standhält, als auch automatisch wieder einrastet – ideal für Antriebe ohne Zugangsmöglichkeit zur Wiedereinrastung. Sie schützt die großen Maschinen dauerhaft und zuverlässig vor Schäden durch Überlast und sorgt so für Betriebssicherheit und höchste Produktivität der großen Anlagen.

Patentiertes Funktionsprinzip

„Bei der neuen Sicherheitskupplung EAS®-reverse sind alle Funktionsabläufe über den Antrieb automatisierbar“, erklärt Norbert Vogl, Entwickler bei mayr® Antriebstechnik. „Es handelt sich um eine freischaltende Kupplung, die allein durch langsames Rückwärtsdrehen automatisch wieder einrastet, ohne den Einsatz von Pneumatik oder Hydraulik.“

Als Drehmoment-Übertragungselemente fungieren bei der EAS®-reverse doppelte Zylinderrollen. Diese sorgen für eine äußerst robuste Drehmomentübertragung und günstige Kontaktverhältnisse. So zeichnen sich die Doppelrollen beim Ausrasten durch hohe Wälzanteile und damit durch geringe Reibanteile aus. „Durch die geringen Reibanteile hat die Kupplung einen günstigen Servicefaktor“, erläutert Norbert Vogl. „Dieser Servicefaktor wird zudem dadurch positiv beeinflusst, dass die EAS®-reverse mit einem direkten Drehmoment-Übertragungsmechanismus hoher Steifigkeit arbeitet, der keinen zusätzlichen Freischaltmechanismus benötigt.“ Die Drehmomentübertragung erfolgt äußerst spielarm (< 0,05°). Alle Funktionsteile der Kupplung sind gehärtet.

Sofortiger Abfall des Drehmoments

Im Überlastfall, wenn das Drehmoment den an der Kupplung eingestellten Wert überschreitet, trennt die EAS®-reverse An- und Abtrieb in Sekundenbruchteilen nahezu restmomentfrei mit hoher Abschalt- und Wiederholgenauigkeit. Die im System gespeicherte Bewegungsenergie der rotierenden Massen kann frei auslaufen. Durch den Einsatz von Tellerfedern mit negativer Kennlinie kommt es zu einem sofortigen Abfall des Drehmoments. Ein sogenanntes Pumpen oder Atmen der Kupplung ist damit ausgeschlossen. Der Verschleiß des Ausrastmechanismus ist somit gering. Die EAS®-reverse Sicherheitskupplung verkraftet nach dem Ansprechen lange Auslaufzeiten des Antriebs. Bei der Definition der zulässigen Auslaufzeit ist nur die robuste Doppellagerung der Kupplung zu betrachten. Der Antrieb muss nach dem Ausrasten der Kupplung zwar zeitnah abgeschaltet werden, ein gezieltes Abbremsen des Motors ist dagegen nicht erforderlich. Das Überlastsignal liefert beispielsweise ein berührungsloser Endschalter, der den Betriebszustand der Kupplung permanent überwacht. Durch die komplette Trennung von An- und Abtrieb entstehen während der Nachlaufzeit keine Raststöße, die sich negativ auf den Antriebsstrang auswirken könnten. Wieder eingerastet wird die Kupplung durch Drehrichtungsumkehr bei einer Drehzahl < 10min-1.

Einfach und flexibel

Die neue EAS®-reverse Sicherheitskupplung von mayr® Antriebstechnik ist einfach zu handhaben und steht mit ihren zahlreichen Varianten und Zusatzfeatures für angepasste, branchenoptimierte Lösungen. So ermöglicht zum Beispiel die Kombination mit einer Elastomerkupplung eine einfache Trennung des Antriebsstranges durch Lösen weniger Schrauben, ohne dass dabei Motor bzw. Getriebe verschoben werden müssen. Daneben ist für Anwendungen mit lasthaltendem Abtrieb auch die Kombination mit einer Bremsscheibe auf der Abtriebsseite umsetzbar. Die EAS®-reverse kann zudem problemlos in ein massives Gehäuse mit Standard IEC- oder NEMA-Abmessungen integriert werden. Sie ist damit staub- und spritzwassergeschützt, widrige Umgebungsbedingungen können der Kupplung nichts anhaben. Standardmäßig ist die EAS®-reverse einsetzbar für einen Temperaturbereich von -20°C bis +40°C, Erweiterungen auf Temperaturen von -30°C bis +80°C sind möglich. Nachdem die neue Sicherheitskupplung mit den ersten drei Baugrößen bislang einen Drehmomentbereich von 80-2500 Nm abdeckt, folgt nun bereits die Erweiterung um eine vierte Baugröße bis 5000 Nm und einem Bohrungsdurchmesser bis 100 mm. Bevor eine Kupplung das Werk von mayr® Antriebstechnik in Mauerstetten verlässt, wird sie ausführlich getestet und exakt auf den geforderten Wert eingestellt. Dazu verfügt das Unternehmen über vielfältige, moderne Prüfmöglichkeiten und kann auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen. Eine elektronische Datenbank, in der die Messwerte zusammen mit den dazugehörigen Seriennummern eines Produkts archiviert werden, gewährleistet eine 100-prozentige Rückverfolgbarkeit.

Simone Dauer

Schreibe einen Kommentar