Große Talente hinter den Kulissen

Sie ist ein Anziehungspunkt für Opernfans aus der ganzen Welt – die Bayerische Staatsoper. Hier sorgen Bühnenbremsen mit berührungsloser Lüftüberwachung von mayr® Antriebstechnik für größtmögliche Funktions- und Betriebssicherheit. Denn Bühnenantriebe müssen während einer Vorstellung zuverlässig arbeiten.

Das Nationaltheater am Münchener Max-Joseph-Platz ist die Hauptspielstätte der Bayerischen Staatsoper. Mit rund 2.100 Plätzen ist das im klassizistischen Stil errichtete Gebäude das größte Opernhaus in Deutschland und gilt als eines der schönsten in Europa. Jährlich besuchen insgesamt rund 600.000 Gäste die etwa 450 Vorstellungen – neben der Oper auch Konzert- und Ballettveranstaltungen. Ein Bestandteil der Münchener Opernfestspiele im Sommer 2014 sind die Aufführungen von Gioachino Rossinis „Guillaume Tell“. Ständig wechselnde, zum Teil spektakuläre Szenerien mit auf- und abfahrenden Stelen auf der insgesamt rund 2.400 Quadratmeter umfassenden Bühne stellen dabei hohe Anforderungen an die Technik. „Für das aufwendig komponierte Bühnenbild erfolgen während der Vorstellung rund 200 Fahrten mit den Prospektzügen der Obermaschinerie. Teilweise sind bis zu 40 Achsen gleichzeitig in Betrieb“, erklärt Adalbert Schmid, Leiter Betriebstechnik an der Staatsoper München. Hinter den Kulissen, in Prospekt- und Oberlichtzügen, sorgen daher ROBA-stop®-silenzio® Bühnenbremsen mit zuverlässiger, berührungsloser Lüftüberwachung für größtmögliche Funktions- und Betriebssicherheit.

Zuverlässige Sicherheit für Personen und Material

Die Prospektzüge in der Obermaschinerie mit mehreren Tragseilen dienen dazu, zum Beispiel Bühnendekorationen oder Beleuchtungseinheiten zu heben oder zu senken. Als Lastaufnahmemittel kommen dabei Laststangen zum Einsatz. Da die Prospektzüge oftmals Lasten über Personen bewegen und halten oder aber gegebenenfalls auch Personen befördern, müssen besondere Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Den ROBA-stop®-silenzio® Sicherheitsbremsen in den Antrieben kommt dabei eine verantwortungsvolle Aufgabe zu: Sie müssen im Notfall Leben retten. Bei Stromausfall oder Not-Aus bringen sie die Laststange schnellstmöglich zum Stillstand, um Personen- oder Sachschäden zu vermeiden. „Wir müssen uns dabei 100 Prozent auf die Bremsen verlassen können: Das Wichtigste für die Bediener ist, dass sie ihre Kollegen, die Darsteller unten auf der Bühne, in Sicherheit wissen“, so Adalbert Schmid. „Voraussetzung dafür ist auch, dass die Bremsen richtig dimensioniert sind.“ Die Zweikreisbremsen arbeiten als redundante Bremssysteme und haben ein Bremsmoment von zweimal 200 Nm in den Prospektzügen und von zweimal 500 Nm in den Oberlichtzügen. Die wartungsfreien und einfach zu montierenden ROBA-stop®-silenzio® Bremsen sind die leisesten Sicherheitsbremsen auf dem Markt – auch nach mehreren hunderttausend Schaltungen.

Berührungslose Lüftüberwachung

Unverzichtbares Element für normkonforme Sicherheitsbremsen nach BGV C1, DIN 56950 und DIN EN 81 ist eine integrierte Funktionsüberwachung. Diese Lüftüberwachung verhindert unzulässige Betriebszustände wie beispielsweise, dass der Motor gegen geschlossene Bremsen fährt. Alternativ zur Lüftüberwachung mit Mikroschaltern bietet mayr® Antriebstechnik als führender Hersteller eine einzigartige Neuerung. Ein berührungsloses System mit induktivem Näherungsinitiator erfasst den Betriebszustand der Bremse und erteilt dem Motor erst nach dem Lüften die Freigabe zum Anlaufen. Im Frühjahr 2014 wurden auch die ROBA-stop®-silenzio® Bremsen im Nationaltheater auf dieses System umgestellt, das größtmögliche Funktions- und Betriebssicherheit bietet. „Unsere Bühnenantriebe müssen zuverlässig funktionieren“, betont Adalbert Schmid. „Wenn bei einem Stück wie ‚Guillaume Tell‘ die Dekoration zum Teil im Sekundentakt, passend zur Musik gefahren wird, muss der technische Hintergrund reibungslos ablaufen.“

Durch exakt gleiche Einbaumaße konnten die mechanischen Mikroschalter, die bisher in den Bremsen die Lüftüberwachung gewährleisteten, problemlos gegen die induktiven Näherungsinitiatoren ausgetauscht werden. Das System mit Mikroschalter benötigt als Öffner und Schließer nur zwei Leitungen. Bei Wechsler-Funktion sind drei Leitungen nötig. Die berührungslose Lüftüberwachung benötigt immer drei Leitungen, für die Spannungsversorgung, die Masse und das Signal.

Verschleißfrei und unempfindlich

Dadurch dass keine mechanischen Teile zum Einsatz kommen, ist die Lüftüberwachung mit Näherungsinitiator verschleißfrei. Die Lebensdauer ist unabhängig von der Schalthäufigkeit. Zudem arbeitet das System absolut zuverlässig und ist magnetfeldfest. Da keine beweglichen Elemente vorhanden sind und die Elektronik komplett vergossen ist, ist es zudem unempfindlich gegen Stöße und Erschütterungen. Darüber hinaus zeichnet sich der induktive Näherungsinitiator durch eine hohe reproduzierbare Genauigkeit des Schaltpunkts, kleine Hysterese sowie geringe Temperaturdrift aus. Der Schaltbolzen für den Näherungsinitiator wird im Werk montiert und ist im Gegensatz zur Lüftüberwachung mit Mikroschalter nicht einstellbar. Somit werden Anwendungsfehler durch das Verstellen der Schaltpunktlage ausgeschlossen.

Öffner- oder Schließerfunktion

Es besteht die Möglichkeit, die berührungslose Lüftüberwachung mit Näherungsinitiator optional als Öffner- oder Schließer-Funktion auszulegen. Bei der Öffner-Funktion erscheint das High-Signal, wenn die Bremse stromlos geschaltet wird. Dabei fällt die Ankerscheibe ab, die Bremse schließt. Ein Bruch des Initiatorkabels wird bei geschlossener Bremse erkannt. Bei der Schließer-Funktion erscheint das High-Signal dagegen, wenn die Bremse bestromt wird und die Ankerscheibe den Rotor freigibt. Die Bremse ist gelüftet. Erst mit dem High-Signal erhält der Motor dann die Freigabe zum Anlaufen. Somit wird zuverlässig ausgeschlossen, dass der Motor gegen geschlossene Bremsen fährt. Die Steuerung stellt Kabelbruch in diesem Fall bei geöffneter Bremse fest.

Simone Dauer

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