Mayr Bremsen in Bühnenantrieben

100 Prozent Sicherheit – ohne doppeltes Bremsmoment

Vom TÜV Süd zertifiziert: Neue ROBA-stop®-stage Bühnenbremsen von mayr® Antriebstechnik

Sicherheitsbremsen in Bühnenantrieben haben eine verantwortungsvolle Aufgabe: Sie müssen im Notfall Leben retten. Die neuen ROBA-stop®-stage Bühnenbremsen von mayr® Antriebstechnik erfüllen alle Sicherheitsanforderungen der neuen Norm DIN EN 17206. Sie sind redundant, arbeiten bei Not-Stopp aber trotzdem ohne Bremsmomentverdoppelung. Damit bremsen sie sanft und bauteilschonend – die Störfallbelastung ist deutlich verringert.

Drei Schauspieler auf der Bühne. Über ihnen schweben mehrere überdimensionale Spiegel, die sich im nächsten Moment zu drehen beginnen und ihre Positionen wechseln – aufwendig komponierte Bühnenbilder sind bei großen Theater- und Opernaufführungen keine Seltenheit. Während einer Vorstellung halten und bewegen die Züge der Obermaschinerie z. T. schwere Bühnenelemente, Dekoration und Beleuchtungseinheiten über den Köpfen der Künstler millimetergenau – und sie befördern die Personen auch. Deshalb müssen nach DIN 56950 (BGV C1) und der neuen Norm DIN EN 17206 besondere Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Den Sicherheitsbremsen in den Antrieben kommt dabei eine verantwortungsvolle Aufgabe zu: Sie müssen im Notfall Leben retten. Bei Stromausfall oder Not-Aus bringen sie die Lasten schnellstmöglich zum Stillstand. Um die Schauspieler auf der Bühne zuverlässig vor abstürzenden Lasten zu schützen, sind Bühnenantriebe in der Regel mit zwei redundanten Bremsen ausgestattet, die komplett unabhängig voneinander arbeiten. Jede der beiden Bremsen allein ist in der Lage, die Last sicher zu halten.

Das gewährleistet, dass auch bei Ausfall einer Bremse keine Gefahr für die Akteure entsteht. Wenn beide Bremsen funktionieren, führt dieses Konzept bei einer Notbremsung allerdings zu einer Verdoppelung des Bremsmoments und damit zu einer erheblichen Belastung aller Bauteile – Stichwort Störfallbelastung. Um die geltenden Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen, werden die Bühnenkonstruktionen regelmäßig getestet und durch Sachverständige abgenommen. Dabei zeigt sich, dass durch die Störfallbelastung Defekte an Seilen, Rollen oder Traversen entstehen können. Als Konsequenz müssen dann die Konstruktionen entweder abgerüstet werden oder die Züge langsamer verfahren – beides keine idealen Lösungen. Deshalb hat mayr® Antriebstechnik mit der ROBA-stop®-stage Baureihe eine neue Generation von Bühnenbremsen entwickelt, die bei Not-Stopp ohne Bremsmomentverdoppelung arbeitet und gleichzeitig höchste Sicherheit für Personen und Material gewährleistet.

Doppelte Sicherheit, einfache Belastung

„Die ROBA-stop®-stage Bremsen haben zwei einzelne, gegeneinander gedrehte Bremskreise“, erläutert Bernd Kees, Produktmanager bei mayr® Antriebstechnik in Mauerstetten. „Damit erreichen sie die nötige Redundanz. Durch die spezielle Konstruktion verdoppelt sich das Bremsmoment aber beim Bremsen nicht. Die Bremsen arbeiten damit sanft und bauteilschonend.“ Die ROBA-stop®-stage Bremsen sind durch ihren speziellen Aufbau nicht nur selbst äußerst kompakt. Zudem ermöglichen sie es durch ihr geringeres Bremsmoment auch, die Anlagen insgesamt kleiner zu dimensionieren – z. B. kann eine kleinere Getriebegröße gewählt werden. „Wir haben die Bremsen jetzt zwar neu aufgelegt und ganz aktuell vom TÜV Süd zertifizieren lassen“, betont Bernd Kees. „Allerdings haben wir bereits über 20 Jahre Erfahrung mit dieser Technologie, weil die Bremsen in ähnlicher Form bereits bei einem Großkunden als Sonderlösung im Einsatz sind und somit in der Praxis erprobt.“

 ROBA-stop®-stage Bühnenbremse von mayr Antriebstechnik
Die neuen ROBA-stop®-stage Bühnenbremsen von mayr® Antriebstechnik erfüllen alle Sicherheitsanforderungen der neuen Norm DIN EN 17206. Sie sind redundant, arbeiten bei Not-Stopp aber trotzdem ohne Bremsmomentverdoppelung. Bild: mayr® Antriebstechnik

Plug-and-play-Lösung

Die neuen ROBA-stop®-stage Bühnenbremsen werden komplett montiert und eingestellt, d. h., einbaufertig ausgeliefert. Sie sind also so konstruiert, dass sie eine möglichst einfache und schnelle Montage und Anwendung ermöglichen und dabei gleichzeitig Einstellfehler ausschließen. „Für Anwender bedeutet das neben größtmöglicher Sicherheit sozusagen auch eine Plug-and-play-Lösung“, ergänzt Bernd Kees. „Die neuen Bremsen arbeiten besonders geräuscharm und sind wartungsfrei.“

Mehr Service: Steckbare Handlüftung

Zusätzlich sind die ROBA-stop®-stage Bühnenbremsen mit einer steckbaren Handlüftung ausgestattet. Mit dieser können im Notfall beide Bremskreise gleichzeitig geöffnet werden. Im laufenden Betrieb allerdings wird die Handlüftung entfernt, um Unfälle, z. B. durch Bedienfehler auszuschließen.

Den Schaltzustand der Bremse im Blick

Ein unverzichtbares Element für normkonforme Sicherheitsbremsen (nach DIN 56950 (BGV C1) und DIN EN 17206) ist eine integrierte Funktionsüberwachung, die Rückmeldung gibt über den Schaltzustand der Bremse. Diese sogenannte Lüftüberwachung verhindert unzulässige Betriebszustände wie zum Beispiel, dass der Motor gegen die geschlossenen Bremsen fährt. Dafür sind die ROBA-stop®-stage Bühnenbremsen mit der bewährten berührungslosen Lüftüberwachung von mayr® Antriebstechnik ausgestattet. Das renommierte Familienunternehmen bietet diese Neuerung als erster Bremsenhersteller bereits seit einigen Jahren als Alternative zur Lüftüberwachung mit Mikroschaltern. Das berührungslose System mit induktivem Näherungsinitiator ermöglicht der Steuerung, den Betriebszustand der Bremse zu erfassen und auszuwerten. Somit kann die Steuerung dem Motor erst nach dem Lüften der Bremsen die Freigabe zum Anlaufen erteilen. Die berührungslose Lüftüberwachung ist gegenüber Magnetfeldern resistent, sowie unempfindlich gegen Stöße und Erschütterungen, da keine beweglichen Elemente vorhanden sind und die Elektronik komplett vergossen ist. Sie ist zuverlässig und gewährleistet größtmögliche Funktions- und Betriebssicherheit: Denn während einer Vorstellung – zum Beispiel wenn die Dekoration im Sekundentakt, passend zur Musik, gefahren wird – muss der technische Hintergrund reibungslos und zuverlässig funktionieren. „Die berührungslose Lüftüberwachung ist nicht nur weniger anfällig gegen Störungen, sondern hat auch keine verschleißbehafteten Schaltkontakte wie etwa Mikroschalter“, erklärt Bernd Kees.

Intelligentes Design und sorgfältige Endprüfung

Bei der Herstellung der Bremsen achtet das Unternehmen nicht nur darauf, durch das Design der Bremsen mögliche Einstellfehler von vornherein auszuschließen, sondern führt zudem eine sorgfältige Endprüfung durch. So muss jede einzelne Sicherheitsbremse, die das Werk verlässt, nach der Komplettmontage und Einstellung eine 100%-Prüfung bestehen. Dabei werden funktionsrelevante Parameter wie Anzugs- und Abfallspannung, Spulenwiderstand, Durchschlagfestigkeit der Spule, Isolation der Spule zum Gehäuse, Axialkraft, Ankerscheibenhub und die Funktionsweise der Schaltzustandsüberwachung ermittelt. Alle ermittelten Messwerte werden zusammen mit der dazugehörigen Seriennummer der Bremse in einer elektronischen Datenbank archiviert. Dies gewährleistet eine 100-prozentige Rückverfolgbarkeit. Umfassende, und in dieser Form einzigartige, Tests und Kontrollen sind zentrale Bestandteile des mayr®-Sicherheits- und Qualitätsverständnisses. Sie stellen sicher, dass die Sicherheitsbremsen von Anfang an zuverlässig funktionieren.

Weitere Informationen zu ROBA-stop®-stage Bühnenbremsen

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Simone Dauer

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